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Gewässer in Südafrika

Südafrika ist ein Land der Extreme, auch hinsichtlich seiner Gewässer. Der Süden und Südosten des Landes wird vom Indischen Ozean eingenommen. Ein warmer Strom, der Agulhas-Strom, transportiert Wärme und Salz bis etwa auf Höhe des Kaps der guten Hoffnung, wo er abrupt umkehrt und wieder in den Indischen Ozean zurückfließt. An der Westküste befindet sich der Atlantische Ozean, hier trifft auch der Benguela-Strom auf die afrikanische Küste. Der Strom wird im Gegensatz zum Agulhas-Strom aus kalten, arktischen Gewässern gespeist. Aufgrund seines Reichtums an Sauerstoff und Plankton ist er Anziehungspunkt für zahlreiche Fischarten – und somit auch für Fischer und Taucher.

Gewässer in Südafrika

Gewässer in Südafrika ©iStockphoto/hougaard malan

Die zwei größten Flusssysteme des Landes bilden der 2160 Kilometer lange Oranje River und der 1750 Kilometer lange Limpopo. Der Oranje River entspringt im Hochland von Lesotho und fließt von den Drakensbergen kommend in den Atlantik. Auf seinem langen Weg vereinigt er sich nur mit wenigen Nebenflüssen wie etwa dem Vaal. Einige andere Nebenflüsse wie beispielsweise der aus der Kalahari kommende Molopo mit seinen Nebenflüssen führen in manchen Jahren so wenig Wasser, dass sie den Oranje River nicht erreichen. In der Nähe von Upington bildet der Oranje River die Augrabies-Wasserfälle, ein beliebtes Ausflugsziel übrigens, bevor er die natürliche Grenze zwischen Namibia und Südafrika bildet.

In der Region Witwatersrand entspringt der Limpopo, der einen halbkreisförmigen Lauf nimmt, bevor er in Mosambik in den Indischen Ozean mündet. Der Limpopo, der Oranje River und ihre Nebenflüsse sind sehr unregelmäßiger Wasserführung unterworfen. Auch Stromschnellen, Sandbänke und Wasserfälle sind dafür verantwortlich, dass die Flüsse kaum schiffbar sind.

In den Drakensbergen entspringen auch einige kurze, aber wasserreiche Flüsse mit starkem Gefälle. Einer von ihnen ist der Tugela River (auch: Thukela) in der Provinz KwaZulu-Natal. Im Royal Natal National Park stürzt er über fünf Stufen 948 Meter in die Tiefe – und verfügt damit über den zweithöchsten Wasserfall der Welt.

Gerade im zentralen Hochland herrscht jedoch akuter Wassermangel. Weite Teile des Gebietes müssen künstlich bewässert werden, was jedes Jahr Unmengen an Geld verschlingt. Ein wichtiges Projekt, um der Wasserknappheit zu entrinnen, ist da der Gariep Staudamm, der zum Oranje River Project gehört. Dieser größte Stausee des Landes staut den Oranje River zu einem mehr als 300 km² großen See, der die Bewässerung von mehr als 22.000 Hektar Land sicherstellen und Trinkwasser für Städte wie Bloemfontein und Port Elisabeth liefern soll.

Der größte natürliche See Südafrikas ist der St.-Lucia-See, der in KwaZulu-Natal, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Durban, liegt. Er gehört zum größten Wasserschutzgebiet Afrikas, dem Greater St. Lucia Wetland Park, zu dem auch Sümpfe und die zweithöchsten bewaldeten Sanddünen der Welt zählen. Baden sollte man sich aber im 50 Kilometer langen und 15 Kilometer breiten See verkneifen: Hier findet man Südafrikas größte Krokodil- und Flusspferdbestände.

Übrigens: In Südafrikas Verfassung ist das Grundrecht auf ausreichende Wasserversorgung für Jedermann verbrieft. Während die Bevölkerung das Wasser umsonst erhält steht die Regierung vor dem Problem, der Wasserknappheit vorzubeugen. Bisher wurden in diesem Rahmen zwar mehr als 360 Stauseen vor allem entlang des Oranje Rivers geschaffen, Industrie und Bergbau benötigen aber mehr Wasser als man zur Verfügung stellen kann. In der Konsequenz wird Südafrika bei gleich bleibendem Verbrauch etwa ab dem Jahr 2060 anfangen müssen, Wasser zu importieren.

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